San Francisco – Start des Roadtrips nach L.A.

Im Sommer 2017 lief mir ein wirklich günstiger Gabelflug nach Kalifornien über den Weg. Für schlappe 190,00 Euro mit Gepäck sollte es nach San Francisco gehen und ab Los Angeles wieder retour nach Deutschland – Danke Air Europa. Bei dem Preis konnte ich einfach nicht widerstehen und buchte kurzerhand einen zwei-wöchigen Aufenthalt an der Westküste der USA. Unser Plan: ein Roadtrip von San Francisco über Las Vegas nach Los Angeles. Starten wir aber mit San Francisco, seinen Sehenswürdigkeiten und einer Anekdote.

Günstig heißt bei Flügen häufig auch mit Zwischenstopp, was uns nicht weiter störte. So machten wir uns auf den Weg, zuerst von Düsseldorf nach London Heathrow. Weiter ging es dann nach Calgary in Kanada bis wir schließlich den letzten Flug nach San Francisco besteigen sollten.

Die Herausforderung ‚Anschlussflug‘

Auf Grund der diversen Anschlussflüge konnte ich dieses Mal keinen Online-Check-In machen. Daher standen wir am Morgen am Check-In-Schalter und erfuhren, dass zwar unsere Koffer bis nach San Francisco durchgecheckt werden würden, allerdings wir nicht. In Calgary sollten wir neue Boardkarten bekommen. Das werden wir wohl hinbekommen und bestritten voller Vorfreude die ersten beiden Etappen der Reise.

Im Landeanflug auf Calgary traute ich meinen Augen kaum: es lag Schnee!

Zum Glück musste wir keinen Fuß vor die Tür setzen, denn unsere Garderobe war wahrlich nicht auf Schnee und Minusgrade ausgelegt. Nach der Landung auf kanadischem Boden folgten wir, wie wir es schon so oft auf unseren diversen Reisen gemacht hatten, den Schildern für die Connecting Flights und landeten schließlich in einem Aufzug, der nur nach oben fuhr. Etwas kurios war die Situation schon, denn wir waren alleine in diesem riesigen Aufzug, der sich – ohne dass wir einen Knopf gedrückt hätten – in Bewegung setzte. Eine von uns nicht zu beziffernde Anzahl Etagen später, öffnete sich die Aufzugstür wie von Geisterhand und wir schauten auf eine überdimensionale US-amerikanische Flagge, die die Wand zierte. Es gab nur einen Weg: durch die abgesteckten Laufwege geradewegs zum Security Check.

Eine Einbahnstraße ins Gewahrsam

Eine dort stehende Dame deutete uns, unser Handgepäck auf das Band zu legen und fragte nach unseren Boardkarten. Boardkarten? Die haben wir nicht, war unsere selbstverständliche Antwort. Plötzlich riss die Dame die Augen auf „Sie haben keine Boardkarten? Wie sind Sie hier hin gekommen?“ Abermals ganz selbstverständlich antworteten wir darauf „na, mit dem Aufzug“.

In kürzester Zeit waren weitere Flughafen-Mitarbeiter um uns versammelt und leiteten uns mit Nachdruck hinter eine Absperrung – einem etwa 4 Quadratmeter großem Bereich, der mit Kordeln abgesteckt worden war. Da standen wir nun, mit Nackenkissen in der Hand, hinter den Absperrkordeln und warteten, was wohl passieren möge. Ein Security-Mitarbeiter, nennen wir ihn Jonny, hatte von nun an den Auftrag auf uns aufzupassen.

Die Zeit verging. Wir standen in einer Mischung aus Verwunderung, leichter Bedröppelung und Spannung nebeneinander in unserem offenen Gefängnis. Hin und wieder tauchten Mitarbeiter auf, manche mit Walke Talkie bewaffnet, andere mit einem Mobiltelefon. Alle warfen mal einen Blick auf uns und immer wieder die Frage „Wie sind Sie hier hin gekommen?“ auf die wir immer gleich antworteten „mit dem Aufzug“. Jonny leistete uns Gesellschaft – er wurde angewiesen uns nicht heraus zu lassen. Hin und wieder hielten wir ein kurzes Pläuschchen, immer unterbrochen von diversen Flughafen-Mitarbeitern, die einen Blick auf uns warfen. Irgendwie beschlich uns das Gefühl, dass wir zu einer kleinen Attraktion geworden waren.

May we have your passports?

Schließlich kam eine Dame zu uns, die unsere Pässe haben wollte. Prinzipiell habe ich irgendwie ein Problem meinen Pass im Transitbereich eines Flughafens abzugeben. Vor allem wenn man durch mehrere Augen ‚bewacht‘ wird und irgendwie illegal in diesen Bereich gekommen war. Doch es blieb keine andere Wahl. Wenn wir unser Gefängnis verlassen und den letzten Flug erreichen wollten, mussten wir unsere Pässe aus den Händen geben.

Die Zeit rannte irgendwann, der Blick auf die Uhr wurde häufiger bis schließlich recht kurz vor knapp jene Dame zurückkam. In der Hand hielt sie neben unseren Dokumenten noch die ersehnten Boardkarten. Wir verabschiedeten uns von Jonny und all den anderen, die mal einen Blick auf uns geworfen hatten, ließen uns an der Security durchleuchten und marschierten geradewegs zum Gate.

Endlich in San Francisco – das Hotel

Nach einem gefühlten ewigen letzten Flug von Kanada nach San Francisco hatten wir es endlich geschafft und stiegen in ein Taxi, das uns zum Hotel The Union Square San Francisco bringen sollte. Die Lage des Hotels war 1A. Die Cable Car vor der Tür, direkt an der Powell Street gelegen und damit mitten drin! Das von uns bewohnte Zimmer war ausreichend groß und schön gestaltet. Abends gab es eine social hour mit kostenfreiem Wein und Snacks, was wir aber nicht in Anspruch genommen haben. Morgens konnte man sich an Kaffee und Tee in der Lobby bedienen.

Das hat San Francisco zu bieten

Unser erster Weg am Morgen führte uns zum Cofee Shop gegenüber des Hotels, um uns dort einen Snack zu holen und mit einem Kaffee vom Hotel zu kombinieren. Die Stärkung war gut und nötig, denn nun starteten wir unser Sightseeing-Programm.

  • Cable Car
  • Lombard Street
  • Golden Gate Bridge mit dem Golden Gate Park
  • Alcatraz
  • Fisherman’s Warf und Pier 39
  • Chinatown
  • Exploratorium San Francisco
  • Union Square
  • Nob Hill, Hight Ashbury, SoMa
  • usw.

Aber fangen wir vorne an…es regnet.

Das Regenwetter konnte uns die Laune nicht verhageln und so zogen wir weiter durch die streets of San Francisco

Die steilen Strassen von San Francisco

Gutes Schuhwerk war aus zweierlei Hinsicht absolut nötig. Zum einen regnete es in Strömen und zum anderen braucht man bei den Höhenunterschieden guten Halt. Einwohner erkennt man übrigens daran, dass sie in Flip Flops oder High Heels laufen und die Hügel mit dem Fahrrad oder gar Einrad hinunter rasen. Doch wir waren keine Einheimischen, daher zogen wir festes Schuhwerk vor, zogen die Regenjacken an und erkletterten uns unseren Weg zur Lombard Street, der steilsten Strasse der Stadt.

Fisherman’s Warf, Pier 39 und Seelöwen

Natürlich darf ein Besuch am Fisherman’s Warf und Pier 39 nicht fehlen. Touristisch … sagen wir ‚erschlossen‘ … findet hier der Entertainment-Fanatiker und Souvenir-Jäger alles, was das Herz begehrt. Nett gesehen zu haben, aber nicht ganz unsere Welt. Daher beschlossen wir zu den Seelöwen weiter zu ziehen. Diese haben sich vor etlichen Jahren und Generationen dort niedergelassen und sind seit dem Fotomotiv und Erheiterung für alle jene, die sich das Spektakel anschauen – so auch für uns.

Golden Gate Bridge

Am nächsten Tag war das Wetter versöhnlich gestimmt, die Sonne strahlte mit dem blauen Himmel um die Wette. Ein perfekter Tag also, um die Golden Gate Bridge zu erklimmen. Als wir Mitte der 90er-Jahre schon einmal in San Francisco waren, sind wir zu Fuß über die Brücke gelaufen. Dieses Mal wollten wir noch Sausalito erkunden, ein kleines Fischerdörfchen auf der anderen Seite der Bay.

Also liehen wir uns für nicht ganz günstige Dollar ein Fahrrad, doch die Investition war es allemal wert. Durch den Golden Gate Park radelten wir geradewegs auf die Golden Gate Bridge zu und bestaunten den tollen Ausblick auf die Skyline. Auf dem Hinweg war die Fahrt wirklich spaßig, es ging über Meilen bergab, bis man schließlich in Sausalito landet. Rückzu kann man entweder eine Fähre nutzen oder – so wie wir – den Berg mit Rad wieder hinauf fahren (Schieben geht natürlich auch).

Cable Cars, Union Square, Nob Hill, Chinatown, Hight Ashbury

Generell erkunden wir eine Stadt am liebsten zu Fuß. U-Bahnen sind zwar eine tolle Erfindung, doch man rauscht unterirdisch an den kleinen Details und den besten Eindrücken vorbei. San Francisco hingegen kann mit den Cable Cars punkten. Gemächlich lassen sich die Waggons von den in die Strassen eingelassenen Kabeln ziehen und bremsen sie bergab. Auf den Bänken innen und natürlich außen hängen vor allem die Touristen, erleben die Stadt aus einem der wohl weltweit bekanntesten, nostalgische Fortbewegungsmittel. Wir haben das Spektakel vom Bürgersteig aus betrachtet.

Der Union Square ist schön gestaltet, ein Platz auf dem man sich trifft, Kaffee trinkt und dann in einem der großen Department Stores wie Macys &Co. eintaucht.

Wer sich wundert, warum Alcatraz noch keine gesonderte Erwähnung erfahren hat, dem sage ich nur ein Wort: Seegang. Ich werde furchtbar schnell seekrank und die Wellen waren hoch, sehr hoch. Aus meiner Perspektive sahen sie aus wie Monsterwellen, doch um ehrlich zu sein hielt sich der Seegang in Grenzen. Aber: zu viel für mich. Dennoch wollte ich all meinen Mut zusammen nehmen. So fanden wir uns früh morgens am Ableger ein, stellten uns in die Schlange, um Karten zu erwerben und dann das: ausverkauft. Eine Tour nach Alcatraz bucht ihr also am Besten im Voraus.

Fazit

San Francisco ist sicherlich eine Reise wert. Bestaunt haben wir die steilen Straßen, sicherlich auch die Cable Cars genauer angeschaut, Height Ashbury war niedlich, so wie auch die Stadtteile Nob Hille und Russian Hill sehenswert sind. Am besten hat es uns allerdings unten am Hafen, am Fisherman’s Warf gefallen. Nein, nicht die Touristenmassen, die sich am Pier 39 drängeln. Sondern die Atmosphäre entlang des Wassers. Einige kleine, schöne Restaurants laden mit Terrassen zum Verweilen ein. Vor allem am Abend beginnt dort das Leben. Hot Dog Verkäufer tauchen in der Dunkelheit mit ihren kleinen mobilen Grills auf – probiert unbedingt einen von diesen Hot Dogs, bessere werdet ihr nirgendwo finden!

„Ein Drogenmoloch das nach Pipi stinkt“

Doch San Francisco hat auch Schattenseite, die man sicherlich überall in den USA bemerkt. Allerdings fanden wir besonders die vielen homeless people auffallend. Nicht, dass diese irgendwie gefährlich oder aufdringlich gewesen wären. Sie fielen uns nur auf und das nicht nur zusehends, sondern auch durch die Nase. An jeder Ecke vermischten sich irdene Gerüche mit Pot – ein Überbleibsel aus der Flower Power Zeit? Nein, in San Francisco wurde Marihuana legalisiert.

2 Gedanken zu “San Francisco – Start des Roadtrips nach L.A.

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