Bottle Rock Festival Napa Valley 2025

WHAAAAT?? Anfang des Jahres verbreitete sich DIE Nachricht überhaupt: ein Reunion-Konzert der 4 Non Blondes nach 30 Jahren sowie geplanter Solo-Konzerte der Sängerin Linda Perry.

Ich war sofort Feuer und Flamme, wie ich es noch nie für etwas gewesen war. Das musste ich sehen! Der Haken war leider: das Ganze sollte in Napa, Kalifornien stattfinden. Nicht gerade um die Ecke, wenn man in Deutschland wohnt.

Doch mein Jugendtraum ließ mich seit dieser Nachricht nicht mehr los und so googelte ich monatelang Abend für Abend nach günstigen Flügen und Hotels. Da Hotelübernachtungen während eines Events teilweise exorbitant teuer werden, schaute ich mir sogar Campingplätze in der Region an und zog tatsächlich in Betracht in einem Zelt zu übernachten. Wer den Beitrag über unseren Roadtrip in Australien gelesen hat, weiß was ich generell vom Zelten halte (wobei die Erfahrungen in einem Campervan in Australien wirklich mega cool waren).

Den Traum, Linda Perry und die 4 Non Blondes live zu erleben, war im Begriff begraben zu werden. „Viel zu teuer und verrückt für ein Wochenende nach Kalifornien zu fliegen. Und Urlaub krieg ich eh nicht im Mai“.

Irgendwann im April – ich switchte mal wieder zwischen Momondo, Skyscanner und den Homepages sämtlicher Airlines hin und her – schien bei meinem Mann allmählich der Geduldsfaden dünner zu werden. „Buch doch endlich“, sagte er über Wochen hinweg. Aber nein, es wäre total doch verrückt für ein Konzert um die halbe Welt zu reisen….oder??

Eines Abends dann tauchte dieses Angebot von KLM auf. „Buch doch endlich“, vernahm ich abermals mit einem halben Ohr von meiner linken Seite. Ein schneller Check, ob es denn noch Karten für das Bottle Rock Festival gab, verlief positiv. Und auch die Flüge waren vergleichsweise günstig. Übernachtungen? Ein Problem der Zukunft.

„Buch doch endlich“.

Ich weiß nicht wie, aber ehe ich mich versah hatte ich das Ticket für das Bottle Rock Festival am Samstag, 24. Mai 2025 erstanden, dazu trudelte die Buchungsbestätigung für die Flugtickets nach San Francisco und zurück in meinem Posteingang ein. I was blown away!

Blieb nur noch ein nicht ganz unrelevanter Punkt offen: ich hatte keinen Urlaub. Doch ‚all or nothing‘ – entweder der Urlaub konnte genehmigt werden oder ich würde einen neuen Job benötigen.

Die Vorzeichen waren perfekt: der Urlaub war kein Problem und unsere kleine Katze, die sehr auf mich fixiert ist, schien sich tatsächlich kurz auch mit meinem Mann anzufreunden. Das waren Zeichen! Es konnte los gehen.

Kurz vor der Landung einen Gruß an Lety, eine liebe Freundin die in Seattle lebt.

Die Golden Gate Bridge – das Tor zu Linda Perry

Nach der Landung in San Francisco übernahm ich den vorab gebuchten Leihwagen und fütterte Google Maps mit der Adresse des Hotels Holiday Inn Express and Suites in Vacaville, das ich zu einen vernünftigen Preis buchen konnte (vielen lieben Dank, Nico).

Vacaville und Napa, Kalifornien

Das kleine Städtchen Napa ist wohl eher bekannt für die namensgleiche Region Napa Valley, einem der bekanntesten Weinanbaugebiete in den USA. Die kleine Stadt Napa an sich war nett, gemütlich und sicherlich kann man hier einen Tag verbringen. Auf der Hauptstraße laden kleine Läden und Boutiquen zum Bummeln ein. Cafés und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. Im Oxbow Market, einer kleinen Markthalle, werden neben regionalen Waren vor allem frisches Obst und Gemüse angeboten. Ich suchte mir dort einen kleinen, sehr hippen Kaffeeladen und beobachtete bei Kaffee und süßem Stückchen das Treiben.

Doch nach vielen Reisen in die USA und einem Auslandsjahr in Atlanta, erschien mir das Leben und die Orte sehr vertraut, sodass ich gar nicht weiter in das Sightseeing einstieg.

Denn Sightseeing war ja nicht der Grund, was mich nach Napa trieb. Es war das Bottle Rock Festival. Genauer gesagt: Linda Perry!

Bottle Rock Festival

Am Freitag, einen Tag bevor die 4 Non Blondes ihr Debüt-Konzert nach 30 Jahren spielen sollten, begab ich mich zum Festival-Gelände, um mein Armband abzuholen. Dies wurde allen Gästen per FedEx zugeschickt, doch international erfolgte kein Versand. Ich wollte es vor dem großen Tag abholen und es mit einem Bummel durch Napa verbinden.

Aufgeregt stellte ich mich in einer der vielen Schlagen an und wartete in der brennenden kalifornischen Sonne, bis ich an der Reihe war. Als es endlich soweit war ging alles ganz schnell und reibungslos: ich reichte meinen Ausweis sowie die Buchungsbestätigung und ehe ich mich versah, hielt ich das Armband in den Händen, das mir den Eintritt zum Festival-Gelände am nächsten Tag garantieren sollte.

Linda Perry – here I come

Am Folgetag war ich vor allem wegen des Jetlags früh wach. Das Hotel bot ein kostenfreies Frühstück an, das typisch amerikanisch daherkam. Einzeln verpackte Toastscheiben und Bagels sowie in Folie verpackte Einwegbecher für den Kaffee. Nachdem ich also etwas für die Klimaerwärmung getan und meinen Kaffeebecher geleert hatte, machte ich mich langsam auf den Weg von Vacaville nach Napa. Die Fahrtzeit von etwa 30 Minuten verging im Flug.

Vor Ort hatte ich nur wenige Gehminuten zum Festivalgelände einen kostenfreien Parkplatz ergattert und folgte den vielen Grüppchen Richtung Eingang. Es war aufregend!

Nachdem an der Sicherheitskontrolle meine Bauchtasche durchsucht wurde – Jaaa, ich hatte eine Bauchtasche dabei, da keine größeren Taschen erlaubt waren. Darin Platz hatten lediglich die Autoschlüssel, der Hotelschlüssel und meine Brille. Für das nächste Mal wird auf jeden Fall ein Pullover mit auf der Packliste stehen – stand ich nun gefühlt endlich nur noch wenige Schritte von Linda Perry entfernt.

„You made my day“

Doch eine weitere Kontrolle musste ich noch durchlaufen. Da das Bottle Rock Festival vor allem von den vielen Winzern der Region gesponsort wurde, erfolgte noch eine Alterskontrolle. Die Dame wollte tatsächlich meinen Ausweis sehen, ob ich bereits 21 Jahre alt war, sodass ich Alkohol konsumieren dürfe. You made my day, freundliche Dame! Welch ein Kompliment!

Eat, drink, the first taste of summer

Ich war überrascht, wie ruhig und gesittet es auf dem Festival-Gelände zuging. Zugegeben, es war mein allererstes Festival. Doch Berichten zufolge, vor allem von deutschen Festivals, ging ich davon aus, dass es darum geht möglichst früh möglichst betrunken zu sein.

Doch dem war nicht so – ein Glück, denn nichts liegt mir ferner. Es waren alle Altersklassen vertreten. Jung bis Alt erfreute sich an gutem Essen, guter Musik auf zig Bühnen und – natürlich – auch einem Glas Wein von einem der vielen Winzer. So tat ich es auch und ließ mich über das große Gelände treiben, auf dem an jeder Ecke etwas geboten wurde.

4 Non Blondes live on stage!

Ich quetschte mich bis fast ganz nach vorne, als es endlich soweit war. Linda Perry und Co. betraten die Bühne und rissen die vielen tausende Besucher in ihren Bann. Nicht nur die weltbekannte Single „What’s up“ brachte ordentlich Stimmung, die gute Laune der Band und Besucher waren mitreißend. Linda Perry live zu sehen und zu hören ist noch besser als jeder Song auf Spotify oder früher auf CD’s. WAHNSINN!

Die besonderen Treffen

Nach dem Konzert war ich hin und weg, bahnte mir glückselig einen Weg zurück. Dort traf ich zuerst auf zwei weitere Linda Perry Fans, die ebenfalls solo reisten. Ben aus Texas und Patty aus Minnesota.

Doch wer uns dann über die Füße lief, konnten wir kaum glauben: es war Dawn Richardson, die Schlagzeugerin der 4 Non Blondes! Wow, so nah! Kurzentschlossen machte ich einen großen Schritt direkt auf sie zu und sprach sie an. Patty und Ben gesellten sich natürlich direkt dazu. Wir gratulierten zu der phänomenalen Show der 4 Non Blondes und baten sie um ein gemeinsames Foto. „Mh, I’m wearing this ugly hat“, rutschte mir gerade noch raus, was Dawn mit „So am I“ kommentierte. Doch was soll’s…

Dawn Richardson, die Schlagzeugerin der 4 Non Blondes, und ich – WOW!

Nach all dem Erlebten machte ich mich überglücklich und total vom Jetlag überfallen auf den Weg zurück zum Hotel. Welch ein Tag, welch eine Reise….

Und jetzt?

Vor der Reise war ich mir sicher: Wenn ich das alles einmal erlebt habe, dann wird hinter die Sache ein Haken gemacht. Punkt Eins auf der Bucket List ist erfüllt. Doch nun bin ich angefixt: bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit bin ich wieder dabei. Unbedingt!

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