Seit dem letzten Post und auch Podcast ist einige Zeit ins Land gegangen. Zum ersten Lockdown im März dachte ich noch, wir träumen uns einfach in die Ferne und erinnern uns an all die lustigen Begebenheiten und skurrilen Geschichten aus dem Hotel-Leben. Zeit dafür war ja da, wir blieben zu Hause, hielten uns an die Regeln. Eine Pandemie war für uns alle neu.
Die Monate vergingen, die Situation in der Hotellerie und auch der Reisebranche besserte sich – zwar nicht in großen Schritten, aber immerhin minimal. Es war ein Licht am Horizont erkennbar. Mit dem Sommer kamen Hoffnungen. Aus der im Frühjahr noch neuen „Situation Corona“ wurde irgendwann eine Art merkwürdige Gewohnheit.
Doch dann kam der Herbst…
Wir haben immer noch Corona. Jetzt, mit dem zweiten Lockdown light, wird die Hotel-Branche noch einmal arg gebeutelt. So arg, dass es schwer fällt, sich lustige Hotel-Geschichten ins Gedächtnis zu rufen, denn die Melancholie schwingt zu sehr mit. Eigentlich möchte man nur sein altes Leben zurück. Zurück in den Trubel des Hotellebens, zurück auf Reisen, zurück zur alten Normalität, zurück zu einem normalen Alltag.
Wir haben immer noch Corona. Was das für die Gastronomie und Hotels – vor allem in Städteregionen – bedeutet, kann man erahnen. Was das für mich als Solo-Selbstständigen in der Hotellerie bedeutet, ebenfalls.
Wir haben immer noch Corona. Die Suche nach Alternativen begann. Wofür könnte das Herz noch schlagen, außer für die Hotellerie, die Gastronomie, den Tourismus? Wäre eine Fischzucht vielleicht etwas? Wohl kaum. Das Blatt der Alternativen blieb und bleibt weiß und leer. Die Passion ist und bleibt die Hotellerie.
Wir haben immer noch Corona. Wir fachsimpeln über verschiedenste Alltagsmasken und Desinfektionsmittel ist unser neues Eau de Parfum. Lernten, dass man vor der nächsten Pandemie auf jeden Fall Aktien eines Toilettenpapier-Herstellers kaufen sollte und haben Begriffe wie „R-Wert“ und „7-Tage-Inzidenz“ ganz selbstverständlich in den Sprachgebraucht integriert. Es sind wirklich merkwürdige Zeiten.
Auch wenn wir immer noch Corona haben…
Wir haben immer noch Corona. Es ist an der Zeit, das Krönchen zu richten und in die Zukunft zu schauen. Wie diese aussehen wird, weiß wohl keiner. Sicherlich anders als zuvor. Doch es wird weiter gehen. Schließlich ging auch die Pest vorbei und die Spanische Grippe fand ebenfalls ein Ende.
Jeder hat sein eigenes kleines Drama in seiner eigenen kleinen Welt durchgemacht oder steckt tatsächlich noch mitten drin. Doch: es wird weiter gehen. Den Kopf haben sicherlich schon viele aus dem Sand gezogen – ich habe es zumindest – und die Reise des „wie soll es nur weiter gehen“ scheint sich dem Ende zu zu neigen. Es wird weiter gehen, auch wenn noch ein Weg vor uns liegt.
Daher ist es wichtig, dass wir uns an die Regeln halten. Natürlich in erster Linie um unsere Lieben, andere und auch uns selber zu schützen. Krank werden möchte schließlich wohl niemand. Doch aber auch, um der Wirtschaft durch unser Verhalten wieder einen Weg zu geben. Einen Weg, dem es Hoteliers und Gastronomen – und auch uns Solo-Selbstständigen – erlaubt zu (über)leben. Und einen Weg, der uns wieder in die Welt der Hotels führt. Egal, auf welcher Seite der Rezeption man sich befindet. Egal, ob bei uns im Ländle oder in ferne Länder.

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Das trifft es total. Ich wünsche dir und uns allen, dass sich bald neue Perspektiven ergeben. Bis dahin lese ich noch einmal deine lustigen Geschichten und träume von meinem liebsten Hobby – dem Reisen.
Alle Liebe!