view of the st peters basilica in vatican city rome italy

Rom, Italien

Rom, amore mio!

Von alten Steinen, Pizza, Pasta und la dolce vita.

Zur Vorbereitung meines Städtetrips nach Rom habe ich recherchiert, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt gesehen haben sollte. Allem voran waren da natürlich der Petersdom, der Vatikan mit seinem vatikanischen Museum und der Sixtinischen Kapelle, das weltberühmte Kolosseum, die Engelsburg, der Trevi Brunnen, die Spanische Treppe…uff, die Liste schien schier endlos. Und mich beschlich der Gedanke, dass es ziemlich viele alte Steine zu besichtigen gibt.

Zugegeben, ich bin schon ein ziemlicher Kulturbanause. Auf unseren vielen Trips rund um die Welt haben wir historischen Museen und altertümlichen Bauten zugegebener Maßen oftmals nur einen flüchtigen Blick geschenkt.

Die ewige Stadt – ein wahres Outdoor-Museum

Nicht nur die Altstadt Roms ist UNESCO-Weltkulturerbe, sondern die gesamte Stadt gleicht einem riesen Outdoor-Museum. Somit ist die Hauptstadt Italiens ein Must-See und definitiv auf die Bucket-List zu setzen. Und das nicht nur wegen der vielen alten Steine.

Viele Wege führen nach Rom – die Anreise

Viele Wege führen nach Rom, so fliegen auch viele Airlines in die ewige Stadt. Mich brachte ein Flug der Eurowings von Düsseldorf direkt in die Hauptstadt Italiens. Über booking.com hatte ich ein Hotelzimmer gebucht. Nach dem Abschluss der Buchung offerierte booking.com einen Flughafen-Shuttle für sagenhafte 0,00 €! Bei dem Angebot kann man einfach nicht ‚Nein‘ sagen. Alternativ fährt der Leonardo Express-Zug auf direktem Weg vom Flughafen Fiumicino zum Hauptbahnhof Termini.

Irgendwie hatte ich bei dem gebuchten Shuttle einen großen Bus vor Augen, der die Reisenden an verschiedene Stopps in der Stadt ausladen würde – wie sonst sollte dieser sagenhafte „Preis“ zustande kommen?! Doch als ich in Rom gelandet war, erhielt ich eine WhatsApp von meinem Fahrer, wie er sich nannte. Er würde im Ankunftsbereich auf mich warten.

Und tatsächlich: ein junger Mann hielt ein Schild, auf dem mein Name stand, in der Hand, begrüßte mich freundlich und nahm sogar meinen Koffer ab, als wir zum Auto gingen. Ich staunte nicht schlecht als wir in einen nagelneuen Mercedes-Bus einstiegen, der mein Köfferchen und mich auf direktem Wege zum Hotel chauffierte. Welch ein fulminanter Service für unglaubliche 0,00 €!

Das Hotel Relais Orso im Zentrum Roms

Das Hotel Relais Orso entpuppte sich als eine sehr gute Wahl. Zentral in der Nähe der Piazza Navona gelegen, kann man quasi alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, das liebevoll zu einem Hotel umgebaut worden war, überraschte mit großzügigen, modernen und vor allem sauberen Zimmern. Auf der Dachterrasse, mit einem grandiosen Blick über die Dächer Roms, konnte man den Abend bei einem kühlen Getränk wunderbar ausklingen lassen. Schade, dass es keine Frühstücksoption gibt. Doch nur wenige Meter entfernt befinden sich mehrere Bars, in denen man einen Café und Cornetto (ein typisch italienisches Frühstück mit Kaffee oder Cappuccino und Croissant) zu sich nehmen kann.

Gut zu wissen: Wie in Italien typisch bestellt und bezahlt man zuerst an der Kasse, um dann an der Theke seine Bestellung abzuholen. Setzt man sich – wie bei uns üblich – an einen Tisch und wartet auf den Service, kann es zum einen sehr lange dauern bis ein Mitarbeiter kommt und zum anderen wir dann noch die sogenannte „coperto“ fällig. Dies ist ein zusätzlicher Betrag auf der Rechnung für den Service am Tisch.

Vatikanisches Museum und Sixtinische Kapelle

Der Vatikan und das vatikanische Museum mit der Sixtinischen Kapelle können quasi nur im Rahmen einer vorab gebuchten Tour besichtigt werden. Zumindest, wenn man lange – und damit meine ich wirklich sehr, sehr lange – Wartezeiten in brütender Hitze umgehen möchte. Ich buchte mein Ticket vorab über Get Your Guide.

Mittwochs hält der Papst seine Audienz und samstags ist es per-se eh sehr voll, somit ist es ratsam den Besuch an einem anderen Wochentag zu planen. Angemessene Kleidung versteht sich von selbst und so führte ich bei 35 Grad und strahlendem Sonnensein meine lange Hose zu ihrer Audienz beim Papst aus. Ich wählte einen Donnerstag, meinen ersten Tag des Aufenthaltes in Rom.

Geführte Touren lösen bei mir eine Mischung aus unangenehmer Gänsehaut und Fremdschämen aus. Doch um an der hunderte von Metern langen Warteschlange für Eintrittskarten vorbei zu kommen, musste ich über meinen Schatten springen, denn nur so konnten die sehr langen Wartezeiten umgangen werden. Ich entschied mich für einen sogenannte Tour ohne Guide, sodass man das gesamte Areal auf eigene Faust erkunden kann.

So fand ich mich früh morgens pünktlich am Treffpunkt ein. Jeder Teilnehmer erhielt einen Aufkleber „self“ (für die selbst geführte Tour), den man auf sein T-Shirt kleben sollte. Und schon ging es im Gänsemarsch los Richtung Eingang zum Vatikanstaat.

Zuerst war ich von der sehr guten Organisation vor Ort, die Massen an Touristen ohne Chaos zu leiten, beeindruckt. Dann vom Vatikanischen Museum, das sogar mich als Kulturbanause sprachlos machte. Ein Highlight jagte das andere in den rund 1.300 prunkvollen Sälen. Kunstsammlungen aller Päpste, antike Skulpturen, die Stanzen des Raffael und die berühmten Deckenmalereien Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle gehören auf jeden Fall zu den Must-Sees!

Petersdom mit Kuppel

Da sich der Petersdom in direkter Nähe zum Vatikan befindet, buchte ich für den selben Nachmittag die Besichtigungs-Tour. Immerhin handelt es sich bei der Basilika Sankt Peter um eine der bedeutendsten Kirchen der Welt, die im Stadtbild vom Rom allgegenwärtig ist. Nun war ich auch schon etwas routinierter als Teilnehmer einer Tour. Wie selbstverständlich klebte den ich also „self-„Aufkleber auf mein T-Shirt und folgte nun dem Tour-Guide mit seiner Fahne sowie etwa 30 anderen Teilnehmern im Gänsemarsch über den Petersplatz zum Eingang.

Ich hatte mächtig damit zu tun, „meine“ Fahne mitsamt Guide in dem Gewusel nicht aus den Augen zu verlieren, die uns bis hinter die Sicherheits-Schranke zum Aufzug hoch zur Kuppel bringen würde. Danach konnte jeder den Petersdom auf eigene Faust erkunden.

Der Aufzug überbrückt tatsächlich nur etwa das erste Drittel der insgesamt 551 Treppenstufen hoch hinauf auf die Kuppel. Zum Zeitpunkt meines Besuchs war der Aufzug nach oben jedoch nicht verfügbar, sodass es nun hieß: 551 Treppenstufen erklimmen!

Eingangs las man zuerst viele Hinweisschilder, später dann Warnschilder, dass der Aufstieg für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Kinder, Gleichgewichtsstörungen oder Klaustrophobie ungeeignet ist. Ich war gespannt was mich wohl erwarten würde! Und es stellte sich heraus, dass der Aufstieg in die Kuppel tatsächlich eine gewisse Fitness voraussetzt. Drehwurm inklusive! Es gibt nur sehr wenige „Haltebuchten“, in denen man kurz verschnaufen könnte. Auf dem immer schräg-schmaler werdenden, ausgetretenen Treppen überholte ich einen etwa 13-jährigen, der vor Erschöpfung weinte und später eine Dame, die der Enge nicht gewachsen war. Doch es gibt kein Zurück, wenn man den Weg nach oben antritt, muss man ihn bis zur Kuppel erklimmen.

Die vielen Treppenstufen waren wirklich beeindruckend: schmal, ausgetreten und windschief kamen sie daher. Doch das Erklimmen der vielen Stufen lohnte sich allemal, denn man wurde mit einem atemberaubenden Blick über den Vatikan und Rom belohnt:

Das berühmte Kolosseum und Forum Romanum

Nachdem ich am ersten Tag also bereits mein dilettantisches Wissen etwas aufpoliert hatte, beschloss ich vorerst die restlichen Sehenswürdigkeiten von außen zu begutachten.

Wenn man sich erst den Weg an den vielen Hut- und Wasserverkäufern vorbei gebahnt hat (an dieser Stelle sein angemerkt, dass man bei 35 Grad unbedingt an einen Sonnenschutz für den Kopf und ausreichend Wasserreserven denken sollte), wurde der Blick auf eins der wohl bekanntesten Wahrzeichen Roms freigegeben. Einst fanden im Kolosseum Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen statt, heute ist es ein wahrer Touristenmagnet. Und absolut imposant von außen.

Das weltberühmte Kolosseum und Forum Romanum

Trevi Brunnen und Spanische Treppe

Denkt man an Rom, haben viele wahrscheinlich direkt den berühmten Trevi Brunnen und auch die Spanische Treppe vor Augen. Am ersten Abend unternahm ich einen Spaziergang, um die Umgebung zu erkunden und stieß unvermittelt auf den Trevi-Brunnen. Das Meisterwerk des Barock ist der größte Brunnen Roms – und es gibt wirklich viele Brunnen – und wohl auch der bekannteste der Welt. Was soll ich sagen? Es überraschte nicht, dass sich noch einige andere Menschen dort versammelt hatte, das Monument anzuschauen. Es war voll! So voll, dass ein ungestörter Blick auf den Brunnen quasi unmöglich war.

Sightseeing am Trevi Brunnen
Die Spanische Treppe in Rom

Nun endlich „La dolce vita“

Schnell stellte ich fest, dass es an jeder Ecke in Rom Sehenswertes zu sehen gibt. An der Engelsburg kommt man auf dem Weg zum Vatikan vorbei, das Pantheon umrundete ich auf meinen Streifzügen gleich mehrfach. Und auch die vielen Piazzen, wie die Piazza Novana oder die Piazza del Popolo, kann man quasi nicht verfehlen. Im Jahr 2025 wird in Rom das ‚Heilige Jahr‘ gefeiert, weshalb viele Sehenswürdigkeiten in Gerüste gehüllt worden waren, um diese für das Jubiläum aufzuhübschen.

Nun endlich: la dolce vita!

Jede Stadt der Welt hat Sehenswürdigkeiten zu bieten, die man sich anschauen sollte. Doch was wäre ein Städtetrip, bei dem man von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzt? Richtig: Stress – nichts sollte einem in Rom ferner liegen. Meine Reise nach Rom fand Ende August statt. Da hat nicht nur Europa Urlaub, sondern die halbe USA schien sich auch in der italienischen Hauptstadt versammelt zu haben. Kurz gesagt: es war voll. So voll, dass man sich tags und abends durch die Gassen schob. Overtourism pur!

So entschied ich mich die vollen Gassen im wahrsten Sinne des Wortes links liegen zu lassen und schlenderte durch die parallel führenden kleinen Straßenzüge. Dort war es herrlich leer, wenngleich sich hin und wieder mal ein Auto durch die engen Gassen seinen Weg bahnte. Der Blick wurde frei gegeben auf charmante kleine Häuschen, die teilweise mit üppigen Grün bewachsen waren. An deren Balkonen hing Wäsche zum Trocknen und die Fassaden wurden durch kleine Kunstwerke verziert.

Macht es wie die Italiener und gönnt Euch einen Aperitivo – ein Sinnbild für den italienischen Genuss! Vor dem Abendessen eingenommen, gilt der Aperitivo italiano als geselliges Miteinander. Genehmigt Euch zum Beispiel einen herrlich erfrischenden Campari Spritz mit allerlei Kleinigkeiten dazu, ehe ihr zum Abendessen übergeht.

Wer typisches römisches Essen genießen möchte, sollte unbedingt Pasta Cacio e Pepe probieren. Natürlich gehört dazu auch die Pasta all Carbonara oder all Amatriciana. Und Pizza! Sehr gute Pizza auf die Hand hatte ich im Roscioli in der Via dei Chiavari. Die lange Schlange vor dem Laden kommt nicht von ungefähr – absolut empfehlenswert!

Villa Borghese

Wer von dem Trubel in den süßen, kleinen Gassen eine Auszeit braucht, sollte unbedingt dem Park Villa Borghese einen Besuch abstatten. Eine Oase der Ruhe. An der ein oder anderen Stelle hat man wunderbare Ausblicke auf Rom, zum Beispiel vom der Terrazza del Pincio. Der riesige Park bietet eine üppige Flora sowie einen See, an dem man wunderbar die Seele baumeln lassen kann. In den verschiedenen Cafés gönnt man sich eine Stärkung, um dann den fünf Quadratkilometer großen Park weiter zu erkunden.

Treppen und noch mehr Treppen

Ja, ich habe irgendwie einen Faible für Treppen – wer mich kennt, weiß warum. Daher kam es nicht von ungefähr, dass mir die vielen Treppen in Rom ins Auge gefallen sind. Einige kamen breit und imposant daher, während andere eher schmal und ausgetreten waren. Kein Wunder, wurden diese Treppen in den vergangenen Jahrtausenden doch schon viele Menschen erklommen.

Märkte

Ich liebe Märkte, vereinen sie authentische Produkte der lokalen Küche mit einem Erlebnis zum Sehen, Riechen und Schmecken. Wie gut, dass es in Rom so viele verschiedene Märkte gibt, die ich alle erkunden wollte.

Kaum zu verfehlen ist der Mercato Campo de Fiori als einziger Outdoor-Markt in Rom. Auch wenn viele frische Produkte angeboten werden, vor allem Obst und Gemüse, überwiegen die Stände, an denen sich Touristen mit Souvenirs eindecken können. Kleine Fläschchen gefüllt mit Olivenöl, diverse Pastasorten oder allerlei Produkte rund um die Pistazie landen da sicherlich in den ein oder andern Koffern als Mitbringsel.

Die meisten Märkte sind überdacht in großen Hallen untergebracht, in denen Händler ihre Waren anbieten. Gut gefallen haben mir der Mercato Testaccio, der Mercato Monti sowie der Mercato Trionfale. Weiter außerhalb befindet sich das Eataly, eine Art großes Kaufhaus nur für italienisches Essen und Produkten, dieses zuzubereiten. Das Eataly ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Sonntags findet im Stadtteil Trastevere der bekannte Flohmarkt Mercato di Porta Portese statt. Vorab hatte ich gelesen, dass es sich um einen riesigen Flohmarkt handelt, den man am besten früh morgens besucht, ehe das Gedrängel zu groß wird. Erwartung und Realität drifteten hier allerdings doch weit auseinander. Kurz gesagt: viel Ramsch und wenig Trödel. Nur wenige Stände warteten tatsächlich mit Trödel- und Antiquitäten-Waren auf. Ein Hauptteil des Marktes bestand aus Wühltischen mit billiger Kleidung oder Haushaltsartikeln.

Abseits des Sightseeings

Das pulsierende Herz von Rom im historischen Zentrum ist der perfekte Ausgangsort für das Sightseeing, sind doch die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar. Hier kann man sich gut und gerne aufhalten und das Treiben bei einem Kaffee oder Aperitivo beobachten.

Das wahre Rom abseits der Touristenmassen zu entdecken ist ganz einfach: verlasst die Hauptstraßen! Am besten verliert man sich in den kleinen, Kopfstein gepflasterten Gassen in Trastevere. Kleine Boutiquen laden zum Stöbern ein, Cafés und Tavernen zum Verweilen. Gut gefallen haben mir auch die Viertel Monti in den Hügeln oberhalb des Kolosseums und Prati, das sich oberhalb des Vatikans befindet.

Testaccio und das Jüdische Viertel, im Süden der Stadt gelegen, bieten eine schöne Abwechslung zu den Touristenmassen, hier kann man Römer und Römerinnen noch in ihrem Alltag erleben.

Katzen Mitten in Rom

Ein Katzenheim in einer archäologischen Ausgrabungsstätte mitten in Rom? Verrückt. Als ich das las war ich Feuer und Flamme, schlüpfte in meine Flip Flops und lief die wenigen Minuten zum Lage di Torre Argentina. Leider erreichte ich es kurz nach der Schließung für den Tag, doch das Konzept überzeugte voll und ganz. Streunende, verletzte oder kranke Katzen werden hier aufgepäppelt, kastriert und schließlich in ein gutes Zuhause vermittelt. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Spende wird jedoch gerne gesehen. Bei meinem nächsten Besuch in Rom werde ich definitv während der Öffnungszeiten noch einmal vorbei schauen!

Fazit

Rom ist auf jeden Fall eine Reise wert! Wer es nicht ganz so überlaufen mag, sollte allerdings die Sommermonate meiden. Genießt Pizza, Pasta, Vino und das entspannte Leben. Oder doch kurz mal raus aus dem Trubel? Leiht Euch, ganz italienisch, eine Vespa und erkundet die Gegend um Rom oder fahrt zum Meer. Doch Vorsicht, der römische Verkehr auf den Straßen ist nicht ohne.

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