Australien ist ganz schön weit weg…
…damit auch ganz schön teuer – so dachten wir lange Zeit. Doch nachdem wir fast alle anderen Kontinente bereist hatten, wollten wir uns an die Herausforderung heranwagen.
Der erste Schritt bestand natürlich darin erschwingliche Flüge nach Down Under zu finden und auch eine Möglichkeit, die lange Anreise mit einem Stop-Over angenehmer zu gestalten. Da wir im asiatischen Raum noch keine Stadt besucht hatten, fiel die Wahl schließlich auf Bangkok. Die Flüge dorthin waren einfach am erschwinglichsten. Dort wollten wir zwei Tage Zwischenstopp einlegen, ehe es dann weiter nach Australien gehen sollte.
Der Weg nach (und natürlich auch wieder zurück) Australien war das eine. Das andere waren die Übernachtungen vor Ort. Wie kann man vier Wochen Herumreisen in Australien mit Übernachtungen, Essen und Trinken sowie Umherfahren finanzieren, auch wenn man vorher nicht im Lotto gewonnen hat?
Ich als Hotelfachfrau verbringe mehr Zeit in Hotels, als viele andere. Nicht nur, um dort zu arbeiten, sondern auch auf Reisen. Den durchaus angenehmen Service vom Housekeeping, Frühstücksbuffet und schönen Zimmern nebst eigenem Badezimmer weiß ich durchaus zu schätzen und nach ersten Camping-Erfahrungen im zarten Alter von 18 war ich sicher: Hotels sind eine wirklich tolle Erfindung. Doch auch in Australien eine nicht ganz billige Angelegenheit.
Nach langen Recherchen und einer recht kurz gedachten Überlegung sagte ich folgendes: „Wie mieten einen Campervan!“ So erntete auch meine Aussage erst einmal schallendes Gelächter bis sie schließlich reifte und in die Tat umgesetzt wurde: drei Wochen an der australischen Ostküste mit dem Campervan!
Die Route unseres Roadtrips von Melbourne nach Brisbane
Die ersten Fragen stellten sich: Wo startet man? Wie lange braucht man für welchen Streckenabschnitt? Und – überhaupt – wie gestaltet man die gesamte Planung, um möglichst viel aus der Zeit vor Ort herauszuholen?
Für uns war klar, dass Sydney auf jeden Fall auf der Reiseroute liegen sollte. Und von Melbourne hatten wir viel Positives gelesen und gehört. Damit waren die wichtigsten Punkte schon einmal klar. Doch sollte man Adelaide mit einbauen? Oder doch lieber das Great Barrier Rief? Oder den Ayers Rock? Vorne weg: die Planung der Route haben wir ungefähr x-mal über den Haufen geworfen. Irgendwann waren wir an einem Punkt, dass wir uns entscheiden musste. Der Kontinent ist so vielfältig, dass man in der Kürze der Zeit gar nicht alles sehen kann.
Geplant war folgendes:
- Anreise mit einem zwei-tägigen Stop-over in Bangkok
- Weiterreise und vier Tage Aufenthalt in Melbourne
- Start des Roadtrips von Melbourne nach Norden bis Brisbane
- Anschließend vier Tage in Sydney
- Rückreise von Melbourne nach Phuket, um dort drei Tage am Strand zu gammeln
- Rückflug nach Düsseldorf

Die Anreise
Die reine Flugzeit nach Australien beträgt gute 20 Stunden und wird mit mindenstens einem Zwischenstopp von verschiedenen Airlines geflogen. Wenn möglich, empfiehlt es sich den Aufenthalt mit einem Stop-Over von ein bis zwei Tage auszudehnen. Die reine Flugzeit verkürzt sich dadurch natürlich nicht, aber man kann Metropolen im asiatischen oder arabischen Raum erkunden und dabei ausgiebig die Beine vertreten.
Flugtickets sind nicht wirklich günstig, doch vor allem Air Asia oder Air China locken immer mal wieder mit Schnäppchen. Zu der von uns geplanten Reisezeit im November 2018 war kein passendes Angebot in Sicht. Also behalfen wir uns, indem wie einen Gabelflug für Anfang November von Düsseldorf – Bangkok und zurück Anfang Dezember Phuket – Düsseldorf buchten. Viele Low Cost Carrier fliegen von Thailand non-stop nach Australien. So buchten wir also einen weiteren Gabelflug von Bangkok nach Melbourne und zurück nach Phuket. Auf diese Weise lassen sich mehrere hundert Euro sparen und die stop-over Tage perfekt individuell anpassen.
Visum
Vor der Einreise muss ein eVisa beantragt werden. Reist man als Tourist nach Australien, ist das Visum 651 das richtige. Online einfach den Antrag ausfüllen – natürlich auch bezahlen – und bequem kommt das eVisum per E-Mail.
No worries
Sich in Australien zurecht zu finden ist einfach. Aufgeschlossene und überaus freundliche Menschen helfen wo immer so können, sollte man einmal ein wenig „lost“ sein.
An allen Ecken kann man mit Kreditkarte bezahlen. Wer lieber Bargeld in der Hand hat, kann bequem an einem Geldautomaten Australische Dollar ziehen.
Essen und Trinken
Die australische Küche ist ein Sammelsurium aus einheimischen Produkten und von Einwanderern in das Land gebrachten Gerichten. Allen voran steht natürlich viel Sea Food auf den Speisekarten. Barramundi – einem typisch australischen Speisefisch – zum Beispiel findet man überall und war immer köstlich. TimTams haben bei uns besonders großen Anklang gefunden, die Kekse gibt es mittlerweile auch bei uns in sehr gut sortierten Supermärkten. Vegemite hingegen – eine bräunliche, klebrige Paste die an Maggie oder Brühe erinnert – muss man mögen. Neben der absolut genialen Kaffeekultur bietet der Kontinent eine unglaubliche Auswahl an sehr guten Weinen, die alle fruchtig, beerig und nach voller Sonne schmecken.
Der Tipp mit dem ‚tip‘

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Die Handhabung mit den Trinkgeldern ist in Australien ganz einfach: sie sind quasi nicht üblich.
Bei einer netten Unterhaltung und sichere Fahrt freut sich der Taxifahrer, wenn man den Betrag aufrundet. Und im etwas besseren Restaurant darf auch gerne 10% der Rechnungssumme als Trinkgeld gegeben werden. In Bars oder Kneipen wird normaler Weise kein Tip gegeben, aber wenn man mit dem Service besonders zufrieden war, wird natürlich ein kleiner Obolus gerne angenommen.
Der Linksverkehr
In Australien herrscht Linksverkehr. Dass das vor allem beim Abbiegen erhöhte Konzentration mit sich bringt, haben wir bereist in anderen Ländern kennengelernt, zum Beispiel auf Zypern.
„Du musst blinken“
Das war unsere erste Herausforderung, als wir mit dem Campervan das Gelände des Verleihers verlassen wollten. Der Blinker im Auto ist auf der linken Seite, der Scheibenwischer-Hebel hingegen rechts. Die Macht der Gewohnheit: scheiben wischende Autos, die abbiegen, werden ziemlich sicher von einem Touristen gesteuert.
Im Kreisverkehr
Anders als bei uns, blinkt man beim Einbiegen in den Kreisverkehr links, wenn man die erste Ausfahrt wieder rausfährt. Möchte man geradeaus durch den Kreisverkehr, wird gar nicht geblinkt und nimmt man die dritte Ausfahrt, blinkt man rechts. Bei einer vollen Runde weiß ich auch nicht.
Mautstrassen
Rund um die Ballungsgebiete wie Sydney, Melboune und Brisbane muss man eine Maut entrichten, um diese zu befahren. Bei der Mietstation der Leihwagen-Firmen wird Euch geholfen, einen Account zu erstellen und diesen korrekt einzurichten, da eine Barzahlung nicht möglich ist. Die Nutzung ist nicht teuer und wird im Nachhinein nach der tatsächlich gefahrenen Strecke berechnet. Am Straßenrand weisen blau-gelbe Hinweisschilder auf eine nahende Mautstraße hin. Wer diese umfahren möchte, hat also reichlich Gelegenheit vor Beginn der kostenpflichtigen Strecke abzufahren.
Tempolimit
Wie überall in der Welt gilt, dass das ausgeschriebene Tempolimit einzuhalten ist. Auf den Highways liegt diese bei meistens 100 km/h bis hin zu 120 km/h.
Was bedeuten diese Buchstaben?
Wir sahen viele Autos, die vorne und hinten ein „L“ bzw. ein „P“ am Auto haften hatten. Ein freundliches Paar klärte uns auf: „L“ steht für „Learner“, also Fahrschüler, die nur in Begleitung einer Person fahren dürfen, die bereits einen Führerschein hat. „P“ hingegen erhält man dann, wenn die Fahrprüfung bestanden ist. Vier Jahre beträgt diese Probezeit und erst nach Ablauf dieser Frist darf man ohne „Buchstaben“ am Auto fahren.
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