Wenn man eh schon in Toronto ist, was liegt da näher, als einen Ausflug an die Niagara Fälle zu machen? Die recht kurze Fahrt von Toronto kann man entweder – so wie wir – mit einem Mietwagen bestreiten. Oder aber man nutzt einen der Busse, die regelmäßig die Metropole gen Naturschauspiel verlassen. Wir waren gespannt darauf, die Niagara Fälle aus der Nähe sehen und Niagara on the lakes kennen zu lernen.
Wie lange sollte der Aufenthalt dort geplant werden?
Das ist eine Frage, die ich mir vor der Reise x-mal gestellt hatte. In diversen Blogs, auf Tripadvisor und Co. werden die unterschiedlichsten Empfehlungen ausgesprochen. Klar, jeder hat andere Präferenzen, doch wir waren hin-und her gerissen. Ein Tagesausflug schien uns, angesichts der Bekanntheit der Niagara-Fälle als zu wenig. Doch gleich mehrere Tage vor Ort?
Wir entschieden und letztendlich für 2 Nächte zu buchen.
Das Hotel
Gebucht hatte ich wieder ein IHG-Hotel – da ich lange Zeit für diese Kette gearbeitet hatte und somit eine günstige Rate buchen konnte – dieses Mal übernachteten wir im Crowne Plaza Niagara Falls. Kurz und knapp: die Zimmer waren äußerst klein, die Ausstattung allerdings den Standards entsprechend in Ordnung. Bei einem nächsten Aufenthalt würde ich jedoch ein anderes Hotel buchen. Die Lage hingegen war genial. Fußläufig war man an den Niagara Fällen

Crowne Plaza Niagara Falls 
Blick auf die Niagara Fälle
Die Niagara Fälle aus der Nähe sehen
Beeindruckend ist der Anblick der herunterrauschenden Wassermassen allemal. Vor allem der Horseshoe-Fall auf kanadischer Seite ist imposant. Je näher man an die „Edge“ herankommt, desto mehr Gischt legt sich auf den Kleidern und Sonnenbrillen ab, das Getöse nimmt zu und man kann das Wasser förmlich auf der Zunge spüren.
Abends werden die Niagara-Fälle illuminiert und ein Feuerwerk krönt die allabendliche Show.

The horseshoe fall 
die Gischt ist schon von weitem spürbar 
walking by the edge 
Illuminierte Fälle am Abend 
auf kanadischer und amerikanischer Seite
Niagara on the Falls
Wir waren auf das, was wir in Niagara on the Falls vorfanden, nicht vorbereitet gewesen. Eigentlich hatten wir mit einer beschaulichen Stadt – natürlich mit enormen Tourismus – gerechnet, doch es erwartete uns eine Mix aus Entertainment, Kuriositäten und noch mehr Entertainment. Alles war wie ein großer Rummel, eine aus Kirmes bestehende Stadt. Wer das mag, wird dort sicherlich auf seine Kosten kommen.
Doch das ist so gar nicht das, wonach uns generell der Sinn steht. Also nahmen wie den Coupon vom Hotel an, der einen vergünstigten Eintritt in das Spaßbad Fallsview Indoor Waterpark ermöglichte.

Entertainment pur… 
…in Niagara on the Lakes
Fallsview Indoor Waterpark
Tja, was soll man sagen?! Ein Erlebnisbad sonder gleichen, das verspricht, Nordamerikas größtes Indoor Wasserpark zu sein. Wir waren gespannt.
Zuerst haben wir uns Liegen gesucht, von denen aus wir das massige Angebot an Rutschen, Wasserbecken mit Wellenbad und Wasserspiele in Augenschein genommen haben. Wir wollten gemächlich starten und ließen wir uns in den künstlich erzeugten Wellen ein wenig treiben, plantschten ein wenig mit diversen Wasserspielen, ehe wir uns an die Rutschen wagten.
Die Rutschen…ich selbst bin kein erfahrener und – zugegeben – auch kein besonders mutiger „Rutscher“. Doch wenn die ganzen kleinen und großen Kinder in Scharen anstehen, wie schlimm kann es dann sein? Also stellten wir uns ebenfalls an. Irgendwie verliefen unsere Warteschlangen schließlich zu unterschiedlichen Rutschen. Mein Mann stand in der Schlange der Erwachsenen-Rutschen und ich sah mich umgeben von vielen Kindern, die ungeduldig warteten, bis sie an der Reihe waren.
Ach, wenn Kinder rutschen…dann kann ich das auch. Ich schaute mir ab, wie mutig und selbstsicher der Junge vor mir auf die Rutsch-Matte hüpfte und ebenso schnell in der kleinen, bunten Röhre verschwunden war. Nun war ich dran. Legte also die Rutsch-Matte auf die eingezeichnete Position und setzte mich drauf. „no, no“ hörte ich den dort stehenden Mitarbeiter warten. Was sagte er? Ich sollte mich tatsächlich auf den Bauch legen, mit dem Kopf zuerst. Aiai, ok. Die Kinder können es, dann kann ich es auch!
An dieser Stelle hätte mir eigentlich klar sein sollen, was da kommt, aber es ging alles so schnell. Ehe ich mich versah, ging in es in einem Affenzahn die Rutsche hinab. Wasser schoss mir entgegen, war überall. Aber es war zu spät…als ich schließlich mit einem lauten Plumps im Auffangbecken landete, war ich schlauer als vorher: bevor es los geht, tief einatmen und den Mund geschlossen lassen!
Fazit
Die Niagara-Fälle sind schon ein Naturspektakel, dass man gesehen haben sollte. Vor allem die Geräuschkulisse des tosenden Wassers und die Gischt auf der Haut sind schon wirklich beeindruckend. Natürlich sind die Fälle gut besucht, an den Anlegestellen der Maid of the Mist-Boote, die einen direkt an die Fälle heranfahren, waren ewig lange Schlangen.
Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: ein Tag reicht, wenn man kein Entertainment-Freak ist. Die Stadt an sich ist total überfrachtet an Kitsch und die Fälle schaut man sich am besten einmal tagsüber an und betrachtet sie noch einmal am Abend zum Feuerwerk mit Beleuchtung. Den zweiten Tag entschieden wir uns für einen spontanen Ausflug nach Buffalo, USA, um das wilde Treiben hinter uns zu lassen.

Ein Gedanke zu “Niagara Falls”