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Roadtrip über New Haven, Providence und Baltimore

Nachdem wir unter anderem bereits Kalifornien mit dem Leihwagen erkundet und in Australien einen Roadtrip mit dem Campervan unternommen hatten, stand dieses Mal Neu England an der Ostküste auf der Route: Neu England, New Haven mit Yale Uni, Providence und Baltimore.

Von New York aus planten wir einen Abstecher zur Yale-Universität in New Haven, dann eine Nacht in Providence zu verbringen und von dort aus nach Boston zu fahren. Den längsten Teil der Strecke würden wir von Boston nach Philadelphia zurücklegen. Gefolgt von einer Nacht in Baltimore, sollte schließlich Washington D.C. das letzte Ziel vor der Heimreise sein.

Klingt abwechslungsreich und aufregend? War es auch:

nach zwei Tagen in New York war es Zeit der Stadt den Rücken zu kehren. Vorab hatte ich bereits einen Leihwagen reserviert, den wir Mitten in Manhattan übernehmen sollten.

Da die Station von Budget nur wenige Blocks von unserem Hotel in New York entfernt war, packten wir am Morgen unseren Koffer und zogen sie die wenigen Straßenzüge über die regennassen Bürgersteige. Bei Budget angekommen verlief alles reibungslos und nach nur kurzer Zeit hatten wir unseren fahrbaren Untersatz übernommen.

Und damit war der Startschuss für unseren Roadtrip an der Ostküste gegeben.

Seid ihr schon mal in Manhattan Auto gefahren? Nein? Gut, wir auch nicht. Vorne weg: das Auto und wir sind ohne Kratzer, Beulen oder Schrammen durch das Gewühl gekommen. Betrachtet man den Verkehr in New York als Fußgänger, wirkt es schon sehr wuselig. Doch wenn man selber erstmal hinter dem Steuer sitzt, ist es gar nicht mehr so schlimm. Google Maps hat uns perfekt gelotst und so waren wir nur wenige Meilen – aber gefühlte Stunden – später durch den Stau und auf dem Weg nach New Haven.

New Haven und die Yale Uni

Das kleine beschauliche Örtchen New Haven ist vor allem durch die Yale Universität bekannt. Die drittälteste Hochschule der Vereinigten Staaten zählt zu den renommiertesten Universitäten der Welt. Hier haben nicht nur Bush und Clinton studiert, auch viele Berühmtheiten aus Wissenschaft, Technik, Literatur und Kunst brüteten hier einst über den Büchern.

Als wir so durch die Strassen schlenderten und die alt-ehrwürdigen Gebäude des Campus bestaunten, beschlich uns schon das Gefühl, dass es wohl nicht verkehrt gewesen wäre damals in der Schule besser aufgepasst zu haben. Doch der Zug ist offensichtlich abgefahren. Also beließen wir es dabei zwischen den jungen, „schlauen Köpfen“ zu flanieren und uns einfach schlau zu fühlen.

Claire’s Corner in New Haven

Zur Stärkung solltet ihr unbedingt einen Stopp in Claire’s Corner einlegen. An den Wänden las sich ein Gericht besser als das andere und die Auslagen sahen ebenso gut aus. Es war wirklich schwer sich zu entscheiden. Schließlich fiel die Wahl auf Espresso und zwei verschiedene Kuchen, die wirklich sehr, sehr lecker waren. Doch nicht nur die hervorragende Qualität, auch die netten Mitarbeiter und die studentisch-coole Atmosphäre haben uns echt überzeugt.

Am Nachmittag war es an der Zeit die Fahrt fortzusetzen.

USS Nautilus in Groton, Connecticut

Habt ihr Interesse an dem ersten nuklearbetriebenen U-Boot der Welt? Zugegeben, meine erste Anlaufstelle wäre dieses Museum zwischen New Haven und Providence auch nicht gewesen. Doch es war wirklich interessant. Neben einer Ausstellung kann man auch in das U-Boot klettern und sich dort einen Eindruck von einem Leben unter Wasser verschaffen. Wer den Artikel zu San Francisco gelesen hat, weiß, dass Boote nicht unbedingt meine erste Wahl sind. Doch es hat im U-Boot zum Glück kaum geschaukelt – und das trotz des wirklich windigen, total verregneten Tages – so dass ich es hinein wagte.

Beeindruckend war vor allem die Liebe zum Detail, mit der dieses Museum hergerichtet wurde und nun betrieben wird. Noch erstaunlicher, dass kein Eintritt verlangt wurde, Spenden sind natürlich immer gerne gesehen.

Providence, Rhode Island

Die Stadt Providence hatten wir eigentlich eher als „Notlösung“ für einen Übernachtungs-Stopp ausgewählt. Orte wie Marthas Vineyard – die Insel wird in den Wintermonaten nicht angefahren – oder Newport – das auch sehr schön sein soll und anscheinend einen tollen „Cliffwalk“ zu bieten hat – schlossen wir auf Grund der winterlichen Witterungsverhältnisse aus.

Providence schien uns daher eine geeignete Alternative zu sein. Viel konnte ich allerdings über die Stadt im kleinsten US-Bundesstaat Rhodes Island nicht herausfinden. Das wunderte mich ein wenig, denn eigentlich findet man im Internet doch irgendwie immer alles.

So erreichten wir am Abend unser Hotel, das Hilton Garden Inn Povidence. Das Haus war eher verkehrsgünstig gelegen und vor allem bei Geschäftsreisenden beliebt. Durch den etwas außerhalb gelegenen Standort und weil es schon recht spät war, entschlossen wir uns im Hotel Abend zu essen. Wie es war? Na ja, braucht man nicht unbedingt. Mehr möchte ich zu dem Berg Pasta-Gemüse-Einerlei in fetter Sahnesauce nicht sagen…

Am Morgen hingegen machten wir uns zu Fuß auf zu einem kleinen Café im Stadtteil Fox Point. Der kleine Laden mit dem passenden Namen The Shop war liebevoll eingerichtet worden und das Frühstück wirklich gut. Nicht nur, dass der Kaffee aus dem Porzellan-Becher einfach besser schmeckte, auch das frisch gebackene Brot war hervorragend.

Die junge Barista gab uns noch ein paar hilfreiche Insider-Tipps zu Providence: im Zentrum sind alle Straßen, die mit einem „W“ beginnen, sehenswert. Die anderen könne man wohl getrost vernachlässigen. Außerdem sei der Stadtteil Fox Point mit seinen kleinen Boutiquen und individuellen Läden schön.

Der Empfehlung folgten wir natürlich und wurden nicht enttäuscht. Vor allem Fox Point war gemütlich. Die Innenstadt muss man nicht unbedingt gesehen haben. Deshalb und wegen des regnerischen Wetters, kehrten wir Providence bald den Rücken und machten uns auf den Weg nach Boston.

Baltimore, Maryland

Vorab hatte ich mich ein wenig schlau gelesen, ob sich ein Stopp in Baltimore lohnen würde und las als Erstes das:

„Baltimore ist eine der populärsten Touristenstädte US-Bundesstaates Maryland. Sie wurde 1829 gegründet und war längere Zeit die Haupthafenstadt der Vereinten Staaten, heutzutage ist das eine der größten politischen und industriellen Städte der Vereinten Staaten. „

Klingt vielversprechend, oder? Als etwas eigenartig empfand ich das ‚Wahrzeichen‘ der Stadt, was der Hafen Inner Harbour ist. Da wir Häfen mögen und es sich um einen wirklich schönen Stadtteil handeln sollte, buchte ich auch hier das Hotel für die Nacht: Fairfield Inn by Marriott Dowtown/Inner Harbour.

Die Zimmer waren riesig und die Betten total bequem. Frühstück war auch direkt inbegriffen – eher eine Seltenheit in den USA. So machten wir uns am Morgen, gestärkt von Bagels und Kaffee von Styroporgeschirr, auf den Weg in den Hafen.

Was machen die denn da?

Am Abend waren wir bereits zum Essen in die Cheescake Factory im Inner Harbour gelaufen und empfanden die Gegend auf dem kurzen Weg als eher nicht so gut. Überall fielen die etwas zwielichtigen Gestalten auf, die an Hauswänden oder Straßenecken stehend auf Kundschaft warteten. Anscheinend bin ich wohl zu naiv und fragte mich laut, was die denn da wohl alle machen?

Die Antwort sahen wir nur eine Straßenecke weiter, als Geld gegen Drogen getauscht wurden. So nahmen wir den kürzesten Weg zur Cheescake Factory. Diese Kette ist in den USA eine Institution und bekannt nicht nur für die schier unglaublich große Auswahl an verschiedenen Käsekuchen.

Auch das Essen ist wirklich gut, wenngleich man mit einer regulären Portion wohl eine ganze Familie ernähren könnte.

Bei Tageslicht sah das Ganze schon wieder anders aus und war durchaus schön. Am Inner Harbour ist auch das Nationalaquarium zu finden, das schon von Außen imposant wirkte. Hinter der gläsernen Front waren allerhand Bäume und Grünpflanzen zu sehen. Schade, dass es an dem Tag nicht geöffnet hatte. Ein Besuch wäre bestimmt lohnenswert gewesen.

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Den Rückweg zum Hotel haben wir durch die Stadt genommen und sind prompt im Rotlichtmilieu gelandet. Nicht nur die einschlägigen Etablissements, sondern auch Straßennamen wir ‚Gay Street‘ bestätigten unsere Vermutung.

Bei einem Plausch mit ein paar Polizisten erfuhren wir, dass Baltimore nicht von ungefähr den Ruf hat, die gefährlichste Stadt der USA zu sein. Störte uns nicht weiter, doch nachdem wir durchaus schönere Städte und Orte gesehen hatten, setzten wir die Reise zu unserem letzten Etappenziel Washington D.C. fort.

Fazit Roadtrip an der US-Ostküste

Ein Roadtrip ist was Feines – immer und überall. Die Fahrt durch New England und dann weiter runter Richtung Washington war nicht nur landschaftlich schön, sondern auch abwechslungsreich. Trotz – oder gerade wegen – des kalten, üsseligen November-Wetters hatte die Gegend Charme. Vor allem aber zum Indian Summer stelle ich es mir wunderschön vor.

Providence und Baltimore muss man zwar nicht unbedingt gesehen haben, aber die kleinen Orte sind immer ein Halt wert. Vor allem New Haven mit der Yale Uni war absolut sehenswert.

Wer die Strecke zum Shoppen nutzen möchte, findet hier eine Menge Outlets und Shoppingmalls.

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