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Boston

Warst Du schon einmal in Boston? Nein? Dann solltest Du das unbedingt nachholen! Backsteinhäuser, Parks und jede Menge geschichtsträchtige Orte warten in der größten Stadt Neu Englands auf Dich.

Boston, gelegen in dem Staat mit dem unaussprechlichen Namen Massachusetts, vermittelt im ersten Eindruck nicht unbedingt das Gefühl in den USA zu sein. Entgegen Metropolen wie Los Angeles, Washington D.C, Philadelphia oder New York findet man hier nicht den typisch amerikanischen Habit. Boston ist geprägt durch die Lage direkt am Meer und die vielen Backsteinhäuser versprühen eher europäisches Flair.

Darüber hinaus gilt Boston als „die Wiege der Freiheit“. Der als die „Boston Tea Party“ in die Geschichte eingegangene Aufstand gegen die empfundene ungerechte und ausbeutende Behandlung durch die Engländer, gilt als Auslöser des Unabhängigkeitskrieges.

Doch fangen wir vorne an – keine Sorge, ich fange nun nicht bei der Gründung der Stadt 1630 an – sondern bei der Anreise.

Auto fahren in Boston

Die Stadt kann man seht gut zu Fuß erkundigen. Und das sollte man auch. Denn zum einen sind Parkplätze in der Stadt exorbitant teuer, man zahlt für zwei bis drei Stunden Parken mal locker $ 20,00. Zum anderen ist es einfach nur unglaublich voll auf den Straßen und unzähligen Highways, die untereinander, übereinander und parallel verlaufen.

Entweder man nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel oder läuft. Wir sind passionierte „zu Fuß Geher“, denn nur so kann man rechts und links des Weges Kleinigkeiten, Ecken und Winkel erkunden.

Das Hotel

Die Hotel-Preise in Boston zeigten sich als durchaus erschwinglich, doch die Übernachtung eines Autos war teilweise teurer als das Hotelzimmer. Daher wählte ich in Boston ein Hotel direkt am Boston Medical. Das Hampton Inn & Suites Boston Crosstown Center war zwar nicht wirklich zentral in der Stadt gelegen, doch zum einen war das Parken vergleichsweise günstig und zum anderen bietet das Hotel einen Shuttle, der direkt zur South Station fährt.

Ohne Leihwagen hätte ich aber sicherlich ein anderes Hotel gebucht.

Nachdem wir die kurze Strecke von New York nach Boston mit einem kleinem Roadtrip verbunden hatten, kamen wir schließlich an einem Nachmittag mit unserem Mietwagen in Boston an.

Prudential Tower

Nach einem typisch amerikanischen Frühstück im Hotel haben wir uns bei strahlend blauem November-Himmel und Temperaturen um den Gefrierpunkt zu Fuß auf den Weg in die Stadt gemacht. Unser erstes Ziel war der Prudential Tower. Da uns das gute Wetter in die Karten spielte, wollten wir uns einen ersten Überblick verschaffen und einen Blick von oben auf Boston werfen.

Der Eingang zur Aussichtsplattform war nicht so einfach zu finden, wie man es durch eine gute Beschilderung in den USA erwartet hätte. In der Shopping Mall des Prudential Towers führt eine Rolltreppe hinunter zu den Aufzügen, die auf die 55. Etage fahren.

Boston Common Park

Durch die Boylston Street ließen wir uns Richtung Common Park treiben, dem ältesten Stadtpark in den USA. Vorbei an der Boston Public Library und der Zielmarkierung des berühmten Boston Marathon, gelangten wir schließlich in dem wohl schönsten Park Bostons.

Für die Schönheit des Parks hatten wir allerdings erstmal nur kurzzeitig ein Auge. Denn kaum hatten wir ihn betreten, sprangen zig Eichhörnchen um uns und andere Spaziergänger herum. Reichlich zahm und wirklich niedlich, widmeten wir ihnen unsere Aufmerksamkeit:

Der Freedom Trail in Boston

Der Freedom Trail in Boston ist bestimmt eines der besten Sightseeing-Hilfen, die ich jemals erlebt habe. Eine rot gepflasterte Linie führt einen auf etwa vier Kilometern an allen 17 historischen Sehenswürdigkeiten. Er starte im Boston Common und endet am Bunker Hill Monument.

Ich muss gestehen, dass wir den Weg nicht komplett abgelaufen sind und nur einige der zahlreichen Sights passiert bzw. angeschaut haben. Doch der Vollständigkeit halber ist hier eine Auflistung der Sehenswürdigkeiten entlang des Freedom Trail:

Faneuil Hall und Quincy Market

Zur Mittagszeit erreichten wir die Faneuil Hall und Quincy Market. Die Hallen, in denen neben Souveniers auch allerlei Leckereien erstanden werden können, sind ein wahrer Touristenmagnet. Das mag nicht zuletzt an den typischen Speisen liegen die man hier kaufen und sich in ein wahres Fresskoma fallen lassen kann.

Allen voran ist hier ‚Boston Chowda‘ zu erwähnen, eine Fischsuppe im Brotlaib serviert, an die wir uns jedoch nicht heranwagten. Stattdessen blieben wir an einem der ersten Stände hängen und bestellten eine typische ‚Lobster Roll‘. Das Hummerfleisch kommt in einem weichen Hot Dog-Brötchen daher und wird mit brauner, flüssiger und warmer Butter getränkt. Klingt pervers? War es auch. So ganz weiß ich nicht was ich von dem in Fett triefenden Gebilde halten sollte. Aber es war schon ganz lecker.

USS Constitution

Das älteste noch seetüchtige Kriegsschiff liegt auf der anderen Seite des Charles Rivers. Wir sind dem Freedom Trail über die Brücke North Washington Street gefolgt. Der Eintritt in das Schiff ist kostenfrei und die Begehung eines solch alten Schiffes sicherlich interessant. Vor allem aber die geringe Höhe unter Deck hat uns das ein oder andere Lachen auf die Lippen gezaubert.

Hafen-Gegend

Vom Quiny Market ist es nur Katzensprung zum Hafen. Neben der Küstenwache und den niedlichen – sicherlich exorbitant teuren – Wohnhäusern, kann man hier in den kleinen Seitenstraßen immer wieder Neues entdecken. Touristisch ist der Hafen nicht wirklich erschlossen und ist daher eine willkommene Abwechslung, um den Gewusel der Stadt kurz den Rücken zu kehren und die Aussicht zu genießen.

North End

Lust auf ein wenig italienisches Flair? Wunderbar, in North End fühlt man sich tatsächlich wie in Italien. Rechts und links preisen Restaurants ihre selbstgemachten Pasta-Gerichte an. Dazwischen ein Konditor nach dem anderen, die ihre hausgemachten Cannoli verkaufen – eine sizilianische Verführung aus frittierter Teigrolle mit gewichtiger Füllung aus Ricotta. Süß und lecker – unbedingt probieren!

Beacon Hill

Beacon Hill, oh Du süßes Beacon Hill. Kopfsteinpflaster, Backsteinhäuschen mit Treppen, Boutiquen, Antiquariate, Cafés, Restaurants. Tipp: versorgt Euch bei Tatte in der Charles Street mit einem Kaffee oder Tee und probiert eines der selbstgemachten Stückchen. Dann setzt Euch draußen hin und beobachtet das schon kleinstädtisch anmutende Treiben.

Essen gehen in Boston

Wenn man die Berichte von Lobster Roll, Cannoli und selbstgemachten Stückchen liest, könnte man meinen der Kalorienbedarf sei für den Tag gedeckt. Doch irgendwann muss auch mal was „Vernünftiges“ rein. Die Suche nach einem Restaurant oder einer Sportsbar ist in den USA recht einfach: an jeder Ecke wird etwas geboten. Doch ist es dort auch gut? Das weiß man immer erst hinterher.

Etwas außerhalb vom Zentrum sind wir gleich mehrfach fündig geworden. Vor allem auf und in den Seitenstraßen der Washington Street waren wirklich klasse Restaurants. So zum Beispiel The Gallows, The Gaslight oder Southern Proper.

Fazit

Boston ist richtig schön und mutet eher gemütlich an, als eine Metropole zu sein. Historisch hat Boston einiges zu bieten, was man sich auch anschauen sollte. Doch – wie in allen anderen Städten auch – ist es noch spannender, sich einfach durch die Gassen treiben zu lassen. Fernab der Touristenströme lernt man so das wahre Boston kennen und entdeckt Kleinigkeiten, die es so besonders machen.

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