Nachdem wir drei Tage in San Francisco verbracht hatten, begaben wir uns am vierten Tag wieder zum Flughafen San Francisco, um dort unseren Leihwagen für die folgenden knapp zwei Wochen zu übernehmen. Unser Plan war folgender mit dem ersten Etappen-Ziel Las Vegas und dem finalen Ziel Los Angeles:
Silicon Valley
Unser erste Stopp sollte im Silicon Valley sein – inmitten von einem Apfel (der wahrscheinlichst kleinste Apple-Store den wir je gesehen haben), Firmensitzen und Menschen, die auf bunten Fahrrädern durch die Gegend fuhren. Nett, die Firmensitze der Crème-de-la-crème zu sehen. Wir tranken einen Kaffee, füllten unsere Wasser-und Keksreserven in einem Supermarkt auf und machten und setzten schließlich unsere Reise fort, nachdem wir leider keine Möglichkeit hatten, bei der NASA reinzuschauen.
Death Valley – das Tal des Todes
Gut verpflegt fuhren wir nun also den Highway entlang. Zuerst noch mit üppiger Vegetation zur rechten und linken, führte dieser irgendwann nur noch schnurstracks gerade aus. Die Trucks und Autos um uns herum wurden weniger, die Vegetation dürrer und die Steine vielzähliger. Auf dieser Etappe haben wir teilweise Strecken passiert, auf denen wir über gefühlte Stunden weder einen Menschen, noch Tier oder Gegenverkehr gesehen haben. Einsamkeit pur, Landschaften die aus Nichts bestehen und Weite bis zu den Bergen des Death Valley in der Ferne. Schön? Ja, irgendwie schon. Karg? Absolut. Beruhigend? Auch das. Lebensbejahend? Nein, das nun wirklich nicht. Vor allem das Death Valley ist lebensfern für jegliche Zivilisation und macht genau deswegen ihren Reiz und wohl auch den Namen aus.
Ein Tipp: tankt an jeder Tankstelle voll und füllt noch einmal Eure Wasserreserven auf! Man weiß nie, wann die nächste Gelegenheit kommt.
Was riecht hier so?
Es müffelt, dachte ich, als mein Mann genau das aussprach. Doch wonach riecht es hier so komisch? Wir waren nicht sicher. Der Geruch wurde intensiver. Mitten im Nirgendwo zwischen San Francisco und Las Vegas stinkt es. Die Rätsels Lösung: Knoblauch! Die weiße Knolle wird hier angebaut und verursachte den etwas merkwürdigen Geruch, der in der Luft hing. Hin und wieder tauchten kleine Lokale auf, die einen natürlich mit Knoblauch angereicherten Snack offerierten. Für Mutige: Knoblauch-Eis als Nachtisch.
Las Vegas – Hotels, Hotels, Hotels
Da, plötzlich in weiter Ferne tauchte auf einmal die Skyline von Las Vegas auf. Mitten im Nichts bauen sich die Hochhäuser auf, thronen über der Wüste und ziehen fast schon magisch an.
Voll von Eindrücken der kargen und doch schönen Natur erreichten wir unser Hotel, das Mirage auf dem Strip. Das Hotel hatte ich schon von zu Hause aus auf booking.com gebucht, da dort einfach ein unschlagbares Angebot eingestellt worden war. Hinzu kamen lediglich vor Ort die Resort-Gebühren, die die meisten Hotels in Las Vegas aufschlagen. Wer diese umgehen möchte, sollte nach Hotels etwas abseits des Strips suchen.
Der Weg vom Parkhaus zur Rezeption war schon geprägt von ersten Eindrücken des riesigen Hotels: vorbei an üppigen Blumenbeeten und einem ersten Blick auf die Spielautomaten, folgten wir der Beschilderung zum Front Desk. Unsere Zimmerschlüssel erhielten wir ruck zuck und schon standen wir im Aufzug, der uns auf 34. Etage zu unserem Zimmer bringen sollte. Das Zimmer war groß wie ein Tanzsaal, der Ausblick fantastisch und das Bett gemacht für Prinzessinnen.
Paradies für Spieler und Hotel-Verrückte
Die einen reisen nach Las Vegas um ihr Glück am Roulette-Tisch zu versuchen, andere um sich zu amüsieren. Und dann gibt es noch Menschen wir ich: ich war vor allem gespannt auf die vielen Hotels, die einen allesamt in eine Welt für sich entführen sollten.
Als ich mich 2005 für einen Job in den USA beworben hatte, wurde mich seitens der Agentur, die bei der Jobvermittlung half, auch das MGM Grand angeboten. So war es selbstverständlich, dass ich mir diese riesige Bettenburg anschauen wollte. Doch auch Namen wie Bellagio, The Venetian, Treasure Island, The Linq, Paris Las Vegas, Luxor, Caesars Palace, Excalibur, New York New York oder Mandalay Bay übten auf mich eine solche Anziehungskraft aus, dass die geplanten zwei Tage vor Ort anscheinend eng kalkuliert waren. Die Liste der Hotels ist wohl endlos fortzuführen. Jedes für sich ein Schmuckstück, anders und absolut liebevoll im Detail erbaut.
Die verschiedenen Shows der einzelnen Hotels sind Spektakel, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Sei es die Wassershow vor dem Bellagio oder die Feuershow vor dem Mirage. Im fast 30-Minuten-Takt werden Wasserspiele vor dem Bellagio mit passender Musik gestartet und begeistern sämtliche Passanten.
Das Frühstück
Das Frühstück ist klassischer Weise in den USA noch nicht im Übernachtungspreis inkludiert, da die Frühstücks-Kultur in den Staaten nicht so ausgeprägt ist wie bei uns. Üblich ist es dagegen, sich an einem der Coffeeshops mit einem Kaffee und einer Kleinigkeit dazu zu versorgen. So taten wir es auch und suchten uns mit der „Beute“ ein ruhiges Plätzchen draußen – mit Gesellschaft…
Shoppen in Las Vegas
Wer dem Troubel des Strips mal entkommen möchte, der sollte einen Ausflug ins Las Vegas North Premium Outlet planen. Es gibt natürlich noch mehr Shopping-Möglichkeiten in der Sin City, doch dieses Outlet ist einfach nur riesig und bietet gute Angebote. Wie in allen Outlets, sollte man an der Information nach Coupons fragen. So kann man noch mal den ein oder anderen Dollar sparen.
Grand Canyon Skywalk
Die Überschrift lässt vermuten, dass wir auf dem Skywalk in schwindelerregender Höhe über dem Grand Canyon gelaufen sind. Doch dem ist nicht so. Schade. Wir traten morgens die knapp zwei-stündige Fahrt an, der Skywalk ist gut ausgeschildert. Abermals über gerade Straßen, die unvermittelt mit einer 90-Grad-Kurve überraschen, durch kleine Dörfer mit toten Kühen am Straßenrand und vor allem mit Kakteen geprägter Vegetation, folgten wir also den Schildern zum Skywalk. Dort angekommen, stellten wir fest, dass man nur mit einem Bus zum eigentlichen Skywalk kommt. Selber hin fahren oder laufen ist nicht gestattet. Die Schlangen waren beträchtlich. Reisebusse befuhren und verließen im Minutentakt den Parkplatz und so entschlossen wir uns, ein wenig am Rande des Canyons zu fahren und uns nicht zum Touristen-Magnet ‚Skywalk‘ fahren zu lassen.
Hoover-Damm
„Wenn man schon mal da ist“ wollten wir auch den Hoover-Damm anschauen, gelegen direkt auf der Grenze von Nevada und Arizona.
Von der anhaltenden Dürre und dem damit einhergehenden Problemen der Wasserversorgung hatten wir schon gehört. So war zum Beispiel das Gießen von Rasenflächen verboten worden. Der Grund dafür war am Hoover Damm eindeutig sichtbar. Der hellere Teil des Canyons ist die Höhe, bis zu der das Wasser normaler Weise aufgestaut wird, um dieses dann kontrolliert Richtung Kalifornien abzugeben. Wie man sieht, fehlten doch enorme Mengen an Wasservorräten und ließen uns nachdenklich werden.
Fazit
Eine Reise nach Las Vegas ist lohnenswert, doch wir empfanden drei Tage als absolut ausreichend. Entertainment wird in Las Vegas – verständlicher Weise – groß geschrieben. Beeindruckend. Aber nach drei Tagen waren wir voll von diesen Eindrücken. Dennoch haben mich vor allem die vielen, tollen, namenhaften Hotels fasziniert. Alleine dafür war es den Trip allemal wert.

