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Melbourne

Australischer Boden unter den Füßen, Kängurus zur linken, die Skyline rückte immer näher. Während der Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel erfuhren wir von dem freundlichen Fahrer jede Menge Tipps, wie wir die kommenden Tage am besten gestalten sollten. Zum Queen Victoria Market müssten wir auf jeden Fall. Und die South Bank Promenade sei herrlich. Shoppen sollten wir auf und rund um die Burke Street in CBD, das DFO South Warf (eine Outlet-Mall) sei auch direkt dort zu finden. Wir waren also besten ausgestattet worden zu Melbournes Sehenswürdigkeiten mit Tipps zum Sightseeing.

Aber von vorne…

Mit Jet Star ging es von Bangkok nach Melbourne. Lediglich ein Müsliriegel hatte den Weg an Bord der Maschine geschafft und war die einzige Nahrungsquelle auf dem Langstreckenflug. Nach gut neun Stunden Flug landeten wir schließlich am Morgen und hatten erstmals australischen Boden unter den Füßen – übernächtigt und ausgehungert, aber überglücklich.

Wir wollte nur noch ins Hotel, duschen und dann zu einer ersten Entdeckungstour aufzubrechen. Der Bequemlichkeit halber wählten wir ein Taxi, das uns in die Stadt bringen sollte. Schweigsam verließ der Fahrer das Flughafengelände und fuhr seines Weges. Plötzlich „look, kangaroos“, sagte er, und deutete zur Linken, wo auf einem kleinen Hügel possierlichen Tierchen ihres Wege hoppelten. Ja, so hatten wir es uns vorgestellt…

Das Hotel

In unserem Hotel „Jazz Corner Hotel begrüßten uns zwei wirklich gut gelaunte junge Damen an der Rezeption. Herzlich, natürlich und zu einem Plausch aufgelegt – das ist gelebter Servicegedanke! Unser Zimmer in der 34. Etage glich eher einer Wohnung als denn einem Hotelzimmer. Ausgestattet Küchenzeile, Couch, Esstisch und einem Balkon blieben hier wirklich keine Wünsche offen. Vor allem der Blick über die Stadt am Abend war atemberaubend. Dieses Hotel ist voll und ganz zu empfehlen!

Blick vom Balkon des Jazz Corner Hotels

Queen Victoria Market

Nach einer erfrischenden Dusche führte uns der erste Weg zum Queen Victoria Market, der nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt lag. Wir lieben Märkte: die Stimmung, die Gerüche, die vielen, landestypischen Lebensmittel! Der Queen Victoria Market sollte von nun an unser erster Stop zum Frühstück sein und immer mal für wieder eine Stippvisite am Nachmittag für „Stückchen und Espresso“ herhalten. Besonders zu empfehlen ist der mobile Doghnut-Wagen – das Anstellen in der langen Schlange ist es wert! Australier lieben gutes Essen. Auf dem Queen Victoria Market wird man auf jeden Fall fündig.

South Bank Promenade

Hier haben wir uns besonders wohl gefühlt und viele Spaziergänge durch die Stadt endeten auf der Promenade, die am Yarra River entlang einen wunderbaren Blick auf die Skyline bietet. Eine Vielzahl an Restaurants lädt zum Verweilen ein und die Stimmung zu genießen.

Street Art Laneways

Weit über die Grenzen Australiens bekannt ist die Street Art in diversen Straßenzügen, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Die meisten waren wirklich gut, kreativ und handwerklich sehr gut umgesetzt. Doch um ehrlich zu sein, hätten wir uns etwas mehr vorgestellt – pompösere, großflächigere Graffitis vorzufinden. Um die wahren Schätze zu sehen, muss man die Augen auf halten, den Blick nach unten und auch nach oben schweifen lassen.

Flinders Street Station und Federation Square

Die Flinders Street Station, der älteste Bahnhof Australiens, ist ein Knoten und zugleich Treffpunkt in Mebourne. Das sehenswerte Gebäude ist ein idealer Ausgangspunkt, um von dort aus den Federation Square auf sich wirken zu lassen.

Zugegebener Maßen hätten wir irgendwie mehr Leben auf dem Platz erwartet, wurde er doch in verschiedenen Blogs und Reisetipps mit als das „must see“ von Melbourne angepriesen. Ja, dort trifft man sich und sitzt bei einem Kaffee zusammen. Doch umgeben von architektonisch sicherlich interessanten Gebäuden und Museen, hat uns der Platz nicht sonderlich aus den Socken gehauen. Vielmehr zog es uns durch die kleinen Gasse und Einkaufpassagen zwischen der Russels Street und Elizabeth Street.

Bourke Street CBD

Neben dem DFO South Warf, einer großen Outlet-Mall direkt an den Southbanks, lädt auch die Bourke Street mit ihren vielen Seitenstrassen zum ausgiebigen Shoppen ein. Viktorianische Häuser schmücken das Stadtbild, in denen große Ketten und kleine Boutiquen ihre Heimat finden. Auch wir liefen die vielen Strassen ab, erkundeten die kleinen Malls und Gassen, in denen Cafés und Restaurants zum Verweilen einladen. So machten auch wir eine Pause mit sehr gutem Cappuccino und Nussecken dazu, als plötzlich von allen Seiten Polizeiwagen heranbrausten. In Windeseile waren Strassen gesperrt, Menschenmassen bildeten sich und immer mehr schwer bewaffnete Beamte stiegen aus ebenso schwer gepanzerten Fahrzeugen.

Zuvor hatten wir einen Knall gehört, der sich nur unweit unserer Pausen-Destination ereignet hatte. Ob es da einen Zusammenhang gab? Die Frage musste wohl eher rhetorisch betrachtet werden – natürlich gab es das! So gingen auch wir weiter zu den Absperrungen und erfuhren von Passanten, dass es wohl einen Anschlag gegeben habe. Wir schauten uns noch einige Zeit das Treiben an – mein Mann ist Polizist und von daher natürlich höchst interessiert an einer solchen Großlage – ehe wir uns auf den Rückweg zum Hotel machten in der Hoffnung, in den lokalen Nachrichten mehr zu erfahren:

Aus der Sicht eines Polizisten war sicherlich interessant zu beobachten, wie die Polizei Melbourne in der Situation agiert. Doch ich war da eher zwiegespalten: Menschen kamen ums Leben, andere haben sicherlich tiefe – psychische – Wunden davon getragen. Doch auch ich war beeindruckt, wie professionell und empathisch die Polizei und Menschen in Melbourne mit dieser Attacke umgingen.

Fitzroy Gardens

Angepriesen als ein hippes, im Aufschwung steckendes Viertel, liefen wir den ganzen Weg zu dem etwas außerhalb gelegenen Fitzroy Gardens. Hat es sich gelohnt? Nein. Im Aufschwung mag es sich befinden. Vor allem die vielen kleinen Boutiquen und Geschäfte waren schon cool, aber bei einem nächsten Besuch in Melbourne wird Fitzroy Gardens wohl nicht mehr auf der Liste stehen.

City Circle Tram

In Melbourne fahren zwei Arten von Straßenbahnen umher. Einmal die „sons“, also die Söhne, die Euch nicht nur durch CBD kutschieren, sondern auch Bereiche außerhalb anfahren. Und dann gibt es die „daddy’s“. Die Papas sind die alten Straßenbahnen, die CBD im Kreis umfahren. Die Papas fahren etwas langsamer, sind gemütlicher und etwas behäbiger. Und das beste: sie sind umsonst! Mit der City Circle Tram kann man umsonst fahren und erlebt zugleich etwas nostalgisches Flair.

Fazit

Melbourne zählt nicht umsonst zu den lebenswertesten Städten der Welt. Vom ersten Moment an haben wir uns mehr als wohl gefühlt. Neben den vielen aufgeschlossenen, netten Menschen, der gelassenen Atmosphäre und dem schönen Stadtbild und nicht zu vergessen der überaus guten Kaffeekultur in der Stadt, war Melbourne der perfekte Auftakt für eine Australien-Reise – und wird sicherlich nicht der letzte Besuch dort gewesen sein.

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