Wir schreiben das Jahr 2019. Kinder wachsen so selbstverständlich mit Smartphone und Laptop auf, wie wir damals mit Telefonzellen und Walkmans. Doch auch die Generation dazwischen, also die heute etwa 20-jährigen, finden oftmals ohne Navi nicht ans Ziel, da sie das Lesen einer Straßenkarte nicht mehr gelernt haben.
Und so verwundert es umso mehr…
…als eines Abends eine junge Flugbegleiterin, die im Hotel übernachtete, an die Rezeption kommt und mit knappen Worten vermeldete, dass das Telefon in ihrem Zimmer nicht funktioniere. Sie habe nun alle möglichen Varianten probiert, aber das Telefon sei einfach defekt. Damit wir es überprüfen können, habe sie das Telefon mit zur Rezeption gebracht und überreichte uns verdutzten Rezeptionisten die Fernbedienung vom TV-Gerät!
Doch so ein Gästezimmer besteht aus einer Vielzahl an Einrichtungsgegenständen, die alle (vermeintlich) kaputt gehen können.
Der Schlüssel funktioniert nicht
Ein Klassiker, der wohl nie ein Ende finden wird. In seltenen Fällen ist tatsächlich das Kodierungsystem nicht ganz unschuldig an Schlüsselkarten, die an der Zimmertür nur ein rotes Lämpchen zum Leuchten bringen und damit den Zutritt zum Zimmer verweigern. Wenn die Schlüsselkarte dann auch noch in der Nähe vom Handy war, ist dies ein Garant für ein Wiedersehen mit dem Gast an der Rezeption und dem viel gehörten Satz „der Schlüssel geht nicht“. Wahrscheinlicher ist jedoch die falsche Kodierung des Plastik-Kärtchens unsererseits. Dennoch kommentieren wir dieses mit „am besten weit weg vom Handy verstauen“.
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Doch es gibt auch die Fälle – und dem ist wirklich so – dass Gäste immer und immer wieder an die Rezeption kommen „der Schlüssel geht immer noch nicht“. Im Hinterkopf habend, dass wahrscheinlich die Batterien des Schlosses leer sind, begleiten wir den Gast zu seinem Zimmer und lassen uns die Anwendung der Schlüsselkarte zeigen: Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz hinein und dann direkt wieder heraus ziehen. Und, siehe da, das Lämpchen an der Tür leuchtet grün! Doch nichts passiert. Rezeptionist und Gast stehen gleichermaßen verwundert vor der Tür mit dem grün blinkenden Lämpchen. Wir denken „wo ist denn das Problem?“. Der Gast sagt „the door doesn’t open“. Wir wären keine Rezeptionisten, wenn wir nicht auch diese Mysterium auflösen könnten und zeigen dem Gast, dass er die Türklinke nach unten drücken muss und – Hokus Pokus – die Zimmertür öffnet sich!
Elektrogeräte von einem anderen Stern?
Wasserkocher findet man heutzutage in fast allen Hotel in den Gästezimmern. Die Anwendung ist einfach und den meisten Gästen selbsterklärend. Richtig – den meisten Gästen heißt, dass auch ein unschuldiger Wasserkocher Herausforderungen zu Tage fördert. So geschieht es immer mal wieder, dass man zum Erhitzen des Wassers mit großen, fragenden Augen und der Aussage „hot water please“ um Hilfe gebeten wird.
Dabei sind die verschiedenen Arbeitsschritte alle für sich eine Aufgabe, die erst einmal bewältigt werden wollen. Wir fangen im Normalfall damit an zu überprüfen, ob das Wasser auch wirklich in den Wasserkocher eingefüllt wurde. Wurde das erfolgreich gemeistert, zeigen und erklären wir den Knopf, mit dem man den Vorgang des Erhitzens in Gang setzt. Zu guter Letzt präsentieren wir aber eine total verrückte Lösung: wir stecken den Stecker in die Steckdose, denn „we are supposed to plug them in over here“

